Lexikon G

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Gauß-Krüger-Gitter
Ebenes, rechtwinkliges Koordinatensystem in von C.F. Gauß (1777 - 1855) und L. Krüger (1857 - 1923) festgelegten Meridianstreifen (Meridiane). Grundlage ist das von Bessel berechnete Ellipsoid (Erdgestalt ), dessen geographische Koordinaten (Gradnetz) auf einen quer zur Erdachse liegenden Zylinder übertragen werden. Um die mit einer Abbildung verbundenen Verzerrungen gering zu halten, wird das jeweilige Gebiet in Ost-West-Richtung in mehrere Abbildungseinheiten, nämlich in 3° breite Meridianstreifen, zerlegt. Innerhalb eines Meridianstreifens können dann mit Hilfe des Gitters beliebige Punkte schnell und eindeutig festgelegt oder aufgesucht werden.

GEBCO
(abgekürzt für: General Bathymetric Chart of the Oceans), internationales, alle Weltmeere umfassendes bathymetrisches Kartenwerk im Maßstab 1: 10 000 000. Es besteht aus 24 Blättern und wird unter der Regie des International Hydrographic Bureau (IHB) in Monaco herausgegeben.

BACHER Gebietsplaner
ein jeder Gesamtdeutschlandkarte beigelegter Übersichtsplan im A3 Format. Dieser ist nach Bundesländern eingefärbt und enthält die Verwaltungsgrenzen bis Stadt- und Landkreise und PLZ-Regionen.

Geländedarstellung
Bestandteil des Karteninhaltes, der mit graphischen Mitteln für die Wiedergabe der Geländeformen zuständig ist. Im Idealfall soll die Geländedarstellung das jeweilige Relief nicht nur geometrisch korrekt, sondern auch anschaulich-plastisch wiedergeben. Je nach Maßstab und Zweck einer Karte müssen hier jedoch Abstriche gemacht werden. Wer exakte Werte zu absoluten Höhenlagen (Hypsometrie) oder zu Höhenunterschieden sucht, benötigt Karten mit Höhenlinien, bedingt auch mit Höhenschichten. Dagegen bieten Karten mit Schummerung den besseren plastischen Gelände-Eindruck. Großmaßstäbige Karten wie topographische Karten oder Wanderkarten arbeiten gerne mit einer kombinierten Darstellung aus Höhenlinien, die mit Schummerung unterlegt sind.

Gemeindezugehörigkeit
Unselbständige Ortsteile werden mit einer Präfix versehen, um die politische Zugehörigkeit auszuweisen. Z.B. H.-Nordstetten für den Ortsteil Nordstetten, der zur Gemeinde Horb gehört.

Generalisieren
Bezeichnung für die vereinfachte Wiedergabe der Wirklichkeit im Kartenbild. Durch die bei allen Karten unvermeidbare Verkleinerung steht je nach Maßstab nur eine begrenzte Papierfläche zur Verfügung, um eine reelle Landschaft abbilden zu können. Je kleiner der Maßstab einer Karte, desto weniger Platz ist auf ihr für den Karteninhalt vorhanden. Je weniger Platz auf der Karte, desto unvollständiger und ungenauer der kartographische Aussagewert. Die Kunst bei der Herstellung einer Karte liegt demnach darin, je nach Maßstab und Zweck, ihren Inhalt sinnvoll zu vereinfachen, die wichtigen Gegebenheiten hervorzuheben und die weniger wichtigen zu reduzieren oder ganz wegzulassen. Dabei muß das Kartenbild harmonisch, übersichtlich und lesbar bleiben.

Generalkarte
Im allgemeinen kartographischen Sprachgebrauch Bezeichnung für stark generalisierte Übersichtskarten. Heute wird jedoch mit dem Namen Generalkarte fast ausschließlich das von Mairs Geographischem Verlag herausgebrachte Straßenkartenwerk im Maßstab 1: 200 000 in Verbindung gebracht. Das Wort "General" ist hier gleichbedeutend mit "allgemein" oder "universal".

Generalstabskarte
Bezeichnung für die Karte des Deutschen Reiches im Maßstab 1: 100 000 (KdR), die seit 1878, ausgehend von Preußen, für das gesamte Gebiet des Deutschen Reiches flächendeckend bearbeitet und 1910 vollendet wurde. Ein Blatt der Generalstabskarte umfaßte 7½ Meßtischblätter. Zusammendrucke von vier, manchmal sechs Blättern der KdR wurden als Großblätter bezeichnet. Die heutige Topographische Karte 1: 100 000 (TK 100) ist ein eigenständiges, nach dem 2. Weltkrieg erarbeitetes Kartenwerk und hat mit der Generalstabskarte nichts mehr zu tun.

Geodäsie
Wissenschaft (Geowissenschaften), die sich mit der Vermessung der Erde, deren Oberfläche und einzelnen Objekten darauf befaßt. Als höhere Geodäsie bestimmt sie Größe und Figur (Erdgestalt) der Erde und vermißt die Erdoberfläche zur Darstellung in topographischen Karten. Als niedere Geodäsie bezeichnet man dagegen die Vermessungskunde für Bau- und Industriezwecke

Geographische Breite
Breitenkreise
Gradnetz
 

Geographische Länge
Meridiane
Gradnetz

Geographische Karten
Auch chorographische Karten genannt. Sammelbezeichnung für kleinmaßstäbige Übersichtskarten ab dem Maßstab 1: 300 000. Sie entstehen im Regelfall aus der Generalisierung (Generalisieren) topographischer Karten und weisen meist eine Geländedarstellung mit farbigen Höhenschichten auf. Ferner spielen sie im Kartenteil vieler Atlanten (Atlas) eine wichtige Rolle.


Geoinformationssysteme (GIS)
Es gibt allgemeine Informationssysteme wie Arcview und Mapinfo. Der Standard für Marketing und Vertrieb ist das Programm RegioGraph!
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Geologische Karten
Karten, auf denen das Alter, die Verbreitung, die Lagerung sowie weitere Merkmale von Gesteinen bzw. Gesteinskomplexen dargestellt sind. Primär wird mit verschiedenen Farben das Alter der erdgeschichtlichen Formationen ausgeschieden, wobei für kleinmaßstäbige geologische Karten eine 1881 international festgelegte Farbskala verwendet wird. Hier gilt die Regel: Je jünger eine erdgeschichtliche Formation, desto heller die in der Karte dafür verwendete Farbe. Neben diesen geologischen Karten im engeren Sinne gibt es eine Reihe von Spezialkarten:
Tektonische Karten zur Darstellung der Lagerungsverhältnisse und des geologischen Baues einer Landschaft,
Hydrogeologische Karten informieren u.a. über Vorkommen, Tiefenlage oder Mineralgehalt von Grundwasservorräten,
Geotechnische Karten dienen wirtschaftlichen Zwecken wie Rohstoffplanung oder ingenieurgeologischen Fragestellungen
Geologische Karten haben nicht nur einen wissenschaftlichen Wert (Geowissenschaften), sie stellen vielmehr eine wichtige Planungsgrundlage für viele Wirtschaftsbereiche dar, besonders bei der Erschließung und Gewinnung von Bodenschätzen. In Deutschland obliegt die amtliche geologische Kartierung im großen Maßstabsbereich (Geologische Karte 1: 25 000, GK 25) den einzelnen Geologischen Landesämtern, im kleinen Maßstabsbereich (Geologische Übersichtskarte 1: 200 000, GÜK 200) der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR in Hannover.

GeoMarketing
GeoMarketing bedeutet, die Nutzung des räumlichen Bezugs von Markt- und Unternehmensdaten, um bessere unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Im GeoMarketing wird die Frage nach dem "Wo" beantwortet. Wo befinden sich meine Kunden, wo mache ich den meisten Umsatz, wo sitzt die Zielgruppe, wo bin ich stark im Markt vertreten?

Die grafische Darstellung bzw. Auswertungen raumbezogener Daten können mit dem Programm RegioGraph umgesetzt werden.


Geowissenschaften
Auch Erdwissenschaften genannt. Sammelbezeichnung für alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich im weitesten Sinne mit der Erde beschäftigen. Hier handelt es sich ferner um jene Wissenschaften, die in direkter Beziehung zur Karte stehen - die also die Karte als Arbeitsgrundlage benutzen, darin ihre Forschungsergebnisse eintragen oder die selber Karten herstellen. Die wichtigsten Geowissenschaften sind:
Geographie: Früher als Erdkunde rein deskriptive Wissenschaft von räumlichen Erscheinungen der Erdoberfläche, heute fächerübergreifende Disziplin, die sich mit dem Menschen und seiner Umwelt befaßt.
Geologie: Wissenschaft von der Entstehung, der Geschichte und dem Bau der Erde.
Geophysik. Wissenschaft von den natürlichen physikalischen Erscheinungen auf der Erde, im Erdinneren sowie in der Erdatmosphäre.
Klimatologie: Klimakunde
Ozeanographie: Meereskunde

Geschichtskarten
Karten, die einen geschichtlichen Sachverhalt darstellen. Dies können beispielsweise territoriale Besitzverhältnisse oder Ausdehnungen von Machtblöcken zu einer bestimmten Epoche sein oder der Verlauf von Kriegen bzw. Revolutionen. Ferner Gegenstände der Kultur-, Sozial- oder Wirtschaftsgeschichte. Oftmals wird auch die Bezeichnung Historische Karten für Geschichtskarten verwendet, obwohl darunter eigentlich Karten aus historischer Zeit, also antiquarische Karten, zu verstehen sind.

Gewässerkarten
In strengwissenschaftlichem Sinne Sammelbezeichnung für alle Karten, auf denen die Verteilung, Dynamik und Beschaffenheit des oberflächlichen Wasserhaushaltes der Erde dargestellt ist. Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man darunter jedoch auch die Gesamtheit aller Karten, die zum Navigieren geeignet sind. Hier unterscheidet man Seekarten von Binnenschiffahrtskarten für Flüsse, Kanäle und Binnenseen.

Gitter
Ebenes, rechtwinkliges Koordinatensystem, das im Gegensatz zum geographischen Gradnetz mit geraden, parallel zueinander verlaufenden Linien arbeitet. Man geht davon aus, daß der Mittelmeridian eines Meridianstreifens (Meridiane) und der Äquator (Breitenkreise) geradlinig abgebildet werden. Die Gitterlinien sind dann jeweils Parallelen zu diesen Linien. Das sich daraus ergebende Gitter dient auf topographischen Karten als Melde- und Suchgitter bei der Übertragung von Punkt-Koordinaten. Auf den deutschen amtlich-zivilen Kartenwerken wird das Gauß-Krüger-Gitter, auf den militärischen das UTM-Gitter benutzt. Da die vertikalen Gitterlinien nicht parallel zu den Meridianen verlaufen, ist auf topographischen Karten Gitternord von Geographisch-Nord (Nordrichtung) zu unterscheiden. Im Zusammenhang mit Atlanten (Atlas) und Stadtplänen bezieht sich die Bezeichnung "Gitter" lediglich auf ein willkürlich festgelegtes Suchgitter ohne geodätischen Hintergrund (Geodäsie).

Globus
(Lateinisch: Klumpen, Kugel; Mz. Globen). Maßstabsgerechtes (Maßstab) verkleinertes kugelförmiges Modell der Erde, der Himmelskugel und anderer Himmelskörper (Himmelskarten). Sein Vorteil gegenüber Landkarten ist die verzerrungsfreie Darstellung der Erdoberfläche durch gleichzeitige Flächen-, Längen- und Winkeltreue (Projektionen). Der ältest bekannte, als "Erdapfel" bezeichnete Erdglobus wurde im Jahr 1492 von Martin Behaim, einem Nürnberger Kosmographen, geschaffen.
Heute unterscheidet man nach der Herstellungsmethode manuell beklebte Segmentgloben von maschinell hergestellten Tiefziehgloben. Segmente sind sphärische Zweiecke, die auf Spezialpapier gedruckt, ausgestanzt und dann per Hand von Pol zu Pol auf die Globuskugel kaschiert werden. Beim technischen Herstellungsgang werden zwei Kunststoffplatten getrennt voneinander bedruckt und anschließend durch thermoplastische Verformung zu den beiden Globushalbschalen tiefgezogen. Ergebnis beider Verfahren ist üblicherweise der Wechselbildglobus, der bei Einschalten der Globusbeleuchtung das physische Kartenbild (Physische Karten) und in unbeleuchtetem Zustand das politische Kartenbild (Politische Karten) - oder umgekehrt - zeigt.
Weitere Globustypen sind der Reliefglobus mit stark überhöht aufgetragener Oberflächengestaltung, der Himmels- und der Mondglobus (Himmelskarten) oder stumme Globen, die hauptsächlich didaktischen Zwecken dienen und lediglich die Kontinentumrisse und das geographische Gradnetz zeigen. Daneben gibt es Sondermodelle zur Simulation der Beleuchtungsverhältnisse auf der Erde im Verlauf eines Jahres oder Computergloben, die auf Abruf ausgewählte geographische Objekte ansteuern und per Leuchtpunkt anzeigen.
Die Preisgestaltung von Globen wird neben dem Durchmesser der Globuskugel im wesentlichen vom Material des Globusfußes und des Meridians beeinflußt. Die Kugeln bestehen heute üblicherweise aus Kunststoff, die Füße aus verschiedenen Hölzern oder aus Messing, Marmor-Onyx oder Kunststoff, die Meridiane aus Messing oder Kunststoff.

GNC
Abkürzung für: Global Navigation and Planning Chart 1: 5 000 000. Ein von der US-amerikanischen Militärbehörde Defense Mapping Agency DMA herausgegebenes Weltkartenwerk für Flieger (Luftfahrtkarten).

Gradabteilungskarten
Karten, deren Blattschnittlinien durch die Linien des geographischen Gradnetzes, bestehend aus Breitenkreisen und Meridianen, gebildet werden. Meist ist dies bei amtlichen Karten der Fall.

Gradnetz
Sphärisches Koordinatensystem aus senkrecht aufeinanderstehenden Kreislinien, den Breitenkreisen und den Meridianen. Es dient der Orientierung und der Ortsbestimmung auf der Erde. Jeder Punkt auf der Erdoberfläche ist anhand seiner geographischen Koordinaten, bestehend aus geographischer Länge und Breite, exakt definierbar. Dazu ist es nötig, das Bogenmaß Grad (° ) weiter in 60 Bogenminuten (¢ ), die wiederum jeweils aus 60 Bogensekunden (² ) bestehen, zu unterteilen. Frankfurt am Main hat die geographischen Koordinaten 08° 41¢ östlicher Länge und 50° 07¢ nördlicher Breite.


GÜK 200
Abkürzung für: Geologische Übersichtskarte 1: 200 000 (Geologische Karten). Noch nicht komplett erschienenes Kartenwerk auf der Grundlage der TÜK 200, das die Lücke zwischen den großmaßstäbigen geologischen Karten in 1: 25 000 und der geologischen Übersichtskarte von Deutschland in 1: 1 Million schließen soll. Sie wird herausgegeben von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover.


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