Lexikon S

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Satellitenbilder
Streng wissenschaftlich versteht man darunter die Aufzeichnung von elektromagnetischen Strahlen mittels elektronischer Aufnahmegeräte, die sich an Bord eines Fernmeldesatelliten befinden. Per Scanner wird die von der Erdoberfläche reflektierte Licht- oder die von ihr abgestrahlte Wärmestrahlung aufgezeichnet und in elektrische Signale umgewandelt. Diese werden verstärkt und in digitaler Form zur Empfangsstation auf der Erde gefunkt, wo sie auf Magnetbändern gespeichert werden. Die so jederzeit zugänglichen Daten können nun zu optischen Bildern in den verschiedensten Maßstabsbereichen und in den unterschiedlichsten Aussageformen umgearbeitet werden. Satellitenbilder finden heute eine breite Anwendung in vielen Wissenschaften, u.a. in Meteorologie, Ökologie, Geologie (Geologische Karten) oder Vegetationskunde. Ihr Vorteil gegenüber Luftbildern besteht in ihrer Erfassung größer Erdräume. Als Zusatzinformation in Atlanten sowie als attraktive Posterwandkarten für ausgewählte Gebiete stellen Satellitenbilder zudem eine interessante Bereicherung des kartographischen Angebotes dar.

Satellitenbildkarten
Bezeichnung für Satellitenbilder, die zur besseren Lesbarkeit mit einer kartenähnlichen Ausgestaltung versehen sind und durch eine Kartenbeschriftung erläutert werden.

Schummerung
Formenplastische Geländedarstellung, bei der durch unterschiedlich starke Schattierungen ein räumlicher Eindruck der Landschaftsformen vermittelt werden soll. Vielfach werden dazu Schatten- bzw. Schräglichtschummerungen verwendet. Bei dieser Methode nimmt man einen Lichteinfall von links oben (Nordwesten) an, wodurch Steilhänge auf der Lichtseite am hellsten, auf der Schattenseite am dunkelsten erscheinen. Dadurch ergibt sich ein optimaler plastischer Effekt. Nachteil der Schummerung ist ihre ungenügende geometrische Genauigkeit, dafür ist sie andererseits universal auf vielen Kartentypen und in allen Maßstabsbereichen einsetzbar.

Seekarten
Inhaltlich auf die Bedürfnisse der Seefahrt abgestimmte Karten, die die von den Meeren bedeckte Oberfläche der Erde oder Teile davon mit allen Objekten und Angaben darstellen, die für die Navigation und die sichere Schiffsführung erforderlich sind. Zu ihrem Inhalt (Karteninhalt) zählen u.a. Tiefenangaben durch Tiefenzahlen und Tiefenlinien, Grenzen von Fels- und Riffgebieten sowie Eintragungen von Klippen, Untiefen, Watten, Sandbänken, Wracks und anderen Unterwasserhindernissen, Leuchttürmen bzw. Leuchtfeuern oder Sendestationen, die der Funkpeilung dienen. Die Landgebiete - mit Ausnahme der Küstenregionen - werden dagegen meist stark vereinfacht und in der Regel einfarbig dargestellt. Ferner weisen alle Seekarten den Aufdruck einer Kompaßrose auf. Als primär für Navigationszwecke verwendbare Karten basieren sie auf einer winkeltreuen Projektion. Für die Bearbeitung und Herausgabe amtlicher Seekarten und Seekartenwerke (Kartenwerk) ist in Deutschland das Deutsche Hydrographische Institut DHI in Hamburg zuständig. Diese Behörde stellt Karten für Seegebiete in aller Welt her, die häufig von deutschen Schiffen befahren werden.


Signaturen
Auch Kartenzeichen oder Symbole genannt. Bezeichnung für Objekte des Karteninhaltes, die aufgrund des Maßstabes nicht grundrißtreu (Situationsdarstellung) wiedergegeben werden können. Man unterscheidet zwischen Liniensignaturen für z.B. Gewässer, Straßen oder Hochspannungsleitungen, Ortssignaturen für Siedlungen, Bauwerke etc. und Flächensignaturen für Vegetations- oder Bodennutzungsflächen. Über die Bedeutung einzelner dieser Signaturen und den Grad ihrer Klassifizierung gibt die Legende Auskunft.

Situationsdarstellung
Auch Grundriß genannt. Bestandteil des Karteninhaltes, der für die Lagedarstellung aller Objekte in der Karte mit Ausnahme der Geländedarstellung zuständig ist. Im einzelnen rechnet man zur Situation: Orte bzw. Siedlungen, das Verkehrsnetz, die Bodenbedeckung, das Gewässernetz (Hydrographie) sowie die Grenzen. Will man all diese Elemente maßstabs- bzw. grundrißtreu in der Karte festhalten, muß man sehr große Maßstäbe zwischen 1: 5 000 und 1: 10 000 wählen. Bei mittleren Maßstäben bis ca. 1: 200 000 spricht man nur noch von grundrißähnlicher Darstellung, weil hier durch die fortschreitendeGeneralisierung eine maßstabstreue Abbildung aller Objekte nicht mehr möglich ist. Bei den kleinen Maßstäben ab ca. 1: 300 000 geht man dann zur Eintragung von Signaturen über, wobei man sich jedoch bemüht, diese lagetreu in der Karte zu plazieren.

Soziodemographie
Soziodemographie ist ein in der empirischen Sozialforschung gebräuchlicher Begriff,
der die Bevölkerungsmerkmale beschreibt, nach denen die Mitglieder einer Stichprobe
oder einer Zielgruppe beschrieben werden.

In der Marktforschung werden soziodemographische Daten z. B. erhoben, um Produkte besser
auf die spezifischen Zielgruppen abzustimmen oder zu evaluieren in welcher Bevölkerungsgruppe
ein Produkt am meisten konsumiert wird, um so Rückschlüsse auf die Gestaltung der Marketingstrategie zu ziehen.

Zu den gebräuchlichsten soziodemographischen Daten gehören folgende Daten:

* Geschlecht
* Alter
* Familienstand
* Religionszugehörigkeit
* Haushaltsgröße
* Höchster erreichter Schulabschluss
* Tätigkeit
* Berufstätigkeit (Voll-/Teilzeit)
* Haushaltsnettoeinkommen
* Soziale Schicht
* Gesellschaftlich-wirtschaftlicher Status
* Migrationshintergrund

Soziodemographische Daten finden Sie innerhalb der Bevölkerungsstrukturdaten.


Stadtatlas
Stadtplan

Stadtplan

manchmal auch Stadtkarte genannt; Bezeichnung für großmaßstäbige (Maßstab) Karten, die ein Ortsgebiet ganz oder nur teilweise in seinem Grundriß (Situationsdarstellung) wiedergeben. Gängige Maßstäbe liegen - je nach Ortsgröße - bei 1: 5 000 bis 1: 25 000. Für Großstädte werden häufig spezielle Innenstadtpläne herausgegeben, für zusammenhängende Ballungsräume (z.B. Ruhrgebiet, Rhein-Main-Raum etc.) gebundene oder spiralgeheftete Stadtatlanten. Im Kartenbild lassen sich anhand von Farbtönungen im Regelfall die dicht bebauten Citybereiche einer Stadt von den übrigen Wohngebieten sowie von Industrievierteln oder Grünflächen unterscheiden. Öffentliche Gebäude (Ämter, Bahnhöfe, Kirchen, Krankenhäuser oder Museen) und das Nahverkehrsnetz sind besonders hervorgehoben. Eine ausführliche Beschriftung aller Straßennamen erleichtert die Benutzung wesentlich. Zu jedem Stadtplan gehört ein alphabetisches Straßenverzeichnis mit Angaben zum Auffinden der Straßen im jeweiligen Planquadrat der Karte. Das zu diesem Zweck aufgedruckte Suchgitter (Gitter) ist meist schachbrettartig mit Buchstaben und Zahlen versehen.

Sternkarten
Himmelskarten

Straßenatlas
Atlas
Straßenkarten

Straßenkarten
Manchmal auch Autokarten genannt; Bezeichnung für Karten, die das Straßennetz, oft auch weitere Verkehrseinrichtungen (Eisenbahnlinien, Kanäle, Häfen, Flughäfen etc.), zum Inhalt (Karteninhalt) haben. Straßenkarten wenden sich an einen großen Benutzerkreis in Beruf und Freizeit und gelten daher als gebräuchlichster Kartentyp. Wichtigstes Inhaltselement ist die Klassifizierung der Straßen gemäß ihrer Verkehrsbedeutung nach Autobahnen, Bundes- und Landstraßen sowie Fahrwegen. Dies wird im Kartenbild durch unterschiedlich ausgeprägte Spurbreiten und differenzierte Farbgebungen für die einzelnen Straßenkategorien zum Ausdruck gebracht. Anhand der Kilometrierung können Entfernungsangaben direkt aus der Karte entnommen werden - je nach Genauigkeitsgrad unterscheidet man Kleinkilometrierungen zwischen kleinen und Großkilometrierungen zwischen größeren Straßenabschnitten. Verkehrstechnische Hinweise wie Eintragungen von Tankstellen, Autobahnabfahrten oder Grenzübergängen sowie eine Vielzahl an touristischen Hinweisen komplettieren den Karteninhalt.
Nach den Maßstäben lassen sich Straßenkarten wie folgt einteilen:
Länder- bzw. Großraumkarten in ca. 1: 700 000 - 1: 4 000 000
(geeignet für Fernfahrten und zur Reiseplanung)
Regionalkarten in ca. 1: 300 000 - 1: 700 000
(z.B. Übersichtskarten der deutschen Bundesländer)
Straßenkartenwerke (Kartenwerke) in ca. 1: 150 000 - 1: 300 000
(ermöglichen in einem begrenzten Gebiet das Aufsuchen kleinster Orte und Straßen).
Als gebundene Variante der Straßenkartenwerke verstehen sich die Auto- oder Straßenatlanten. Sie decken im Regelfall Deutschland und Nachbarstaaten in Maßstäben zwischen 1: 200 000 und 1: 400 000 ab, die übrigen europäischen Länder in 1: 500 000 bis 1: 4 000 000. Eine Auswahl an Stadtumgebungskarten und Innenstadtplänen wichtiger Orte, ein Ortsregister sowie eine Anzahl verkehrstechnischer Informationen runden den Inhalt üblicherweise ab.


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