| Lexikon H |
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Himmelskarten
Auch astronomische Karten genannt. Sammelbezeichnung für alle kartographischen Darstellungen des gestirnten Himmels oder von einzelnen Himmelskörpern. Auf Sternkarten im engeren Sinne werden die Sterne nach ihrer Helligkeit klassifiziert (Klassifizierung) und zu Sternbildern zusammengefaßt. Sog. drehbare Sternkarten in Scheibenform ermöglichen die Einstellung des jeweils sichtbaren Himmels zu allen Tages- und Jahreszeiten. Karten und Kartenwerke einzelner Gestirne zeigen deren Oberflächenbeschaffenheit in topographischer Form oder mit thematischen Eintragungen. Dank amerikanischer und russischer Raumfahrtexpeditionen liegt bis heute detailliertes Kartenmaterial vom Erdmond sowie von vielen Planeten und deren Monden vor. Historische Karten
Sammelbezeichnung für alle Karten, die in geschichtlich zurückliegender Zeit hergestellt wurden. Als Originale sind historische Karten nicht nur wichtige Quellen der Geschichtsforschung, sondern wegen ihrer kunstvollen Ausstattung auch begehrte Sammlerobjekte. Im Antiquariatshandel werden alte Karten, Atlanten und Globen je nach Alter, Erhaltungszustand und Hersteller mit z.T. sehr hohen Preisen angeboten. Daneben besteht ein breites Angebot an Reprints (Nachdrucken) und aufwendig hergestellten Faksimile-Ausgaben von kartographischen Zeugnissen aus allen Epochen. Höhenlinien
Auch Höhenschichtlinien oder Höhenkurven genannt, Fremdwort: Isohypsen. Elemente der Geländedarstellung, die das Relief einer Landschaft geometrisch exakt wiedergeben. Höhenlinien sind gedachte, horizontal verlaufende Linien, die alle Geländepunkte gleicher Meereshöhe (Hypsometrie) miteinander verbinden. Den vertikalen Abstand zweier Höhenlinien zueinander bezeichnet man als Äquidistanz. Deren Wert ist vom Maßstab abhängig und gilt im Regelfall für das ganze Blattgebiet. Dadurch lassen sich aus den Abstandsverhältnissen der Höhenlinien Rückschlüsse auf Steigungen oder Verebnungen ziehen. Bezifferte und stärker betonte Zähllinien erleichtern die Übersichtlichkeit beim Kartenlesen. Geländedarstellung mit Höhenlinien ist nur für groß- und mittelmaßstäbige Karten bis ca. 1: 200 000 sinnvoll. Höhenschichten
Auch Höhenstufen genannt. Darunter versteht man die von zwei Höhenlinien begrenzte Fläche. Wird diese sinnvoll schraffiert oder koloriert, ergibt sich eine plastische Reliefdarstellung. Auf kleinmaßstäbigen (Maßstab) Übersichtskarten wird bis heute weitgehend folgende Farbskala verwendet: 000 - 100 m Blaugrün
100 - 200 m Gelbgrün 200 - 500 m Gelb 500 -1000 m Hellbraun 1000 - 2000 m Braun 2000 - 4000 m Rotbraun über 4000 m Braunrot Besonders in Atlanten (Atlas) und auf Globen (Globus) kommen diese Farbabstufungen zum Einsatz. Man spricht hier auch vom physischen Karten-bild (physische Karten). Huff-Modell Hydrographie
Darstellung des Gewässernetzes auf Karten, bestehend aus stehenden und fließenden Gewässern sowie wasserbaulichen Anlagen. Dadurch sind aus dem Kartenbild Rückschlüsse auf die Morphologie einer Landschaft möglich, ferner bieten Karten mit detailliertem hydrographischen Untergrund viele Anhaltspunkte zur Orientierung im Gelände, besonders in siedlungs- und verkehrsarmen Räumen. Karten, die lediglich das Gewässernetz zeigen, nennt man Hydrographische Karten. Hypsometrie
Systematische Ermittlung der Höhenverhältnisse (Höhenmeßkunde). Vermessungstechnisch lassen sich Höhen auf verschiedene Weise bestimmen: Einmal aus Luftdruckdifferenzen zwischen zwei Punkten, die mit dem Barometer gemessen werden. Diese barometrische Höhenmessung beruht auf der Tatsache, daß der Luftdruck mit der Höhe abnimmt. Weit genauere Werte für den Höhenunterschied zweier Punkte erhält man jedoch durch das trigonometrische Meßverfahren (Dreiecksberechnungen) oder durch das sogenannte Nivellement. Bei letzterem wird, ausgehend von einem bekannten Höhenfestpunkt, durch horizontales Anpeilen von senkrecht stehenden Meß- oder Nivellierlatten, die Höhe des gesuchten Punktes bestimmt. Die Höhenangaben auf allen deutschen Karten beziehen sich auf die Bezugsfläche des Pegels von Amsterdam als angenommene Fläche des in Ruhe befindlichen Meeres. Sie werden als Höhen über Normal-Null (NN) bezeichnet. |