Lexikon T

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TAVO
Abkürzung für: Tübinger Atlas des Vorderen Orients. Ein vom Sonderforschungsbereich 19 der Universität Tübingen herausgegebener Landeskundlicher Atlas über den im Titel genannten geographischen Raum. Teil A des Kartenwerkes befaßt sich auf 118 Blättern mit allen Sachverhalten aus dem Bereich "Geographie" (Geowissenschaften), während im Teil B auf 172 Blättern die geschichtliche Entwicklung des Nahen Ostens dokumentiert wird.

Thematische Karten
Sammelbezeichnung für alle Karten, deren Inhalt über den einer topographischen Karte hinausgeht. Nach dieser Definition gehören bereits Straßen- und Wanderkarten zur Gruppe der thematischen Karten. In engerem Sinne erfaßt man unter dieser Bezeichnung hauptsächlich Karten, die ein bestimmtes geowissenschaftliches (Geowissenschaften)Thema (z.B. Klima, Vegetation, Geologie etc.) durch die Mittel der kartographischen Darstellung verständlich machen. Grob unterscheidet man hier zwischen Themen der Physischen Geographie (Bereich Natur) und der Anthropo- oder Sozialgeographie (Geographie des Menschen). Eine Sammlung thematischer Karten für ein bestimmtes Gebiet heißt Landeskundlicher Atlas, eine Sammlung von Karten verschiedener Gebiete zum gleichen Thema dagegen Thematischer Atlas.

Tiefenlinien und -schichten
Elemente zur Darstellung der Tiefenverhältnisse von Gewässern (bathymetrische Karten, Gewässerkarten). Tiefenlinien oder Isobathen entsprechen den Höhenlinien bei Landkarten, indem sie - ausgehend vom Meeresspiegel als Bezugsfläche - Punkte gleicher Wassertiefe miteinander verbinden. Tiefenschichten entsprechen analog den Höhenschichten, wobei die Wassertiefen mit zunehmenden Blautönen angezeigt werden.

Topographische Karten
(Altgriechisch: Topographie = Ortsbeschreibung); Bezeichnung für Karten, die eine Landschaft dem jeweiligen Maßstab entsprechend vollständig und geometrisch korrekt wiedergeben. Topographische Karten sind immer großmaßstäbig - genaugenommen handelt es sich um Kartenwerke in den Maßstäben 1: 25 000 bis 1: 100 000. Zum Inhalt (Karteninhalt) einer topographischen Karte gehört eine Geländedarstellung mit Höhenlinien und z.T. mit Schummerung, ferner die lagerichtigen Eintragungen von Gewässern, Vegetation, Siedlungen, Verkehrswegen und sonstigen Geländemerkmalen (Situationsdarstellung). Topographische Karten beruhen auf exakter Landvermessung, der sogenannten topographischen Landesaufnahme, die in Deutschland von den Landesvermessungsämtern durchgeführt wird. Daher die Bezeichnung amtlich-topographische Karten (amtliche Karten).
Vom Bereich der Bundesrepublik Deutschland werden von den Landesvermessungsämtern und dem Institut für Angewandte Geodäsie folgende topographische Kartenwerke herausgegeben:
Topographische Karte 1: 25 000 (TK 25) - grüne Serie
Topographische Karte 1: 50 000 (TK 50) - blaue Serie
Topographische Karte 1: 100 000 (TK 100) - rote Serie
Topographische Übersichtskarte 1: 200 000 (TÜK 200) - orange Serie
Übersichtskarte 1: 500 000 (ÜK 500) - violette Serie
Je nach Maßstab und herausgebender Behörde existieren von diesen Karten verschiedene Ausgaben - etwa mit Aufdruck von Wander- und/oder Radwanderwegen sowie von Verwaltungsgrenzen oder gar orohydrographische Ausgaben. Daneben bringen alle LVAs von touristisch interessanten Gebieten topographische Sonder- und Gebietskarten im Sonderblattschnitt (Blattschnitt) und in unterschiedlichen Maßstäben heraus.
Bis obige Kartenwerke auch für Ostdeutschland wieder flächendeckend vorliegen, sind für einen Übergangszeitraum von einigen Jahren die topographischen Karten der ehemaligen DDR in Gebrauch. Hierbei handelt es sich um eigenständige nach dem 2. Weltkrieg im Osten entwickelte Kartenwerke, die in Format, Zeichenschlüssel und Numerierung völlig von den westdeutschen abweichen. Aus Gründen der Geheimhaltung wurden gar in allen Maßstäben zwei Ausgaben hergestellt: Die Ausgabe Volkswirtschaft AV mit einem reduzierten und vereinfachten Karteninhalt und die im Inhalt vollständige Ausgabe Staat bzw. Sicherheit AS, die nur der militärischen Benutzung vorbehalten war (Militärkarten).

Touristische Hinweise
Elemente des Karteninhaltes von Freizeit-, Radwander-, Straßen- und Wanderkarten. Sie erlauben dem Benutzer in Form von Signaturen Rückschlüsse auf die touristische Infrastruktur des jeweils dargestellten Gebietes. Über die Bedeutung der einzelnen Symbole gibt die Legende Auskunft. Grob lassen sich drei Gruppen von Freizeit-Informationen unterscheiden: Übernachtungshinweise (Signaturen für z.B. Hotels, Gasthäuser, Jugendherbergen oder Campingplätze), Sehenswürdigkeiten (Signaturen für z.B. Bau- und Naturdenkmäler, Museen oder Aussichtstürme) und Einrichtungen für Sport und Spiel (Signaturen für z.B. Hallen- und Freibäder, Reit-, Golf- bzw. Tennisplätze oder Bootsanlegestellen und Segelflugplätze).

TPC
Abkürzung für: Tactical Pilotage Chart 1: 500 000. Ein von der US-amerikanischen Militärbehörde Defense Mapping Agency DMA herausgegebenes Weltkartenwerk für Flieger (Luftfahrtkarten). Vier TPC-Blätter decken dasselbe Gebiet ab wie ein ONC-Blatt. Das Kartenwerk ist jedoch noch nicht vollständig erschienen, ferner unterliegen einige Blätter der vorübergehenden Geheimhaltung. Der Karteninhalt ist weitgehend mit dem der ONC-Karten identisch, er wird ergänzt durch den Eintrag von markanten Geländepunkten, die für den Tiefflug von Bedeutung sind, dazu Schraffierungen für Luftsperr-, Beschränkungs- und Gefahrengebiete sowie den Aufdruck des UTM-Gitters. Die TPC-Karten verstehen sich als taktische Sichtnavigationskarten für die Flugeinsatzplanung und die Flugvorbereitung. Für einen allgemeinen Benutzerkreis sind sie von Bedeutung, weil sie zugleich für viele Gebiete auf der Erde das größtmaßstäbige verfügbare topographische Kartenmaterial darstellen. Besonders für Staaten, deren amtliche Karten aus militärischen Gründen (Militärkarten) für den Handel gesperrt sind (viele Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika).

Trekking-Maps

(Englisch: "Wanderkarten"); Bezeichnung für Hochgebirgskarten außereuropäischer Bergregionen mit stark vereinfachter Gelände- und Situationsdarstellung im Maßstabsbereich zwischen 1: 100 000 und 1: 500 000. Sie dienen der Groborientierung von Bergsteigern und Extremwanderern in Gebie-ten, wo Karten in größeren Maßstäben nicht zur Verfügung stehen (besonders im Himalaya). Am verbreitesten ist der Typ der Kammverlauf-Karten, auf denen das Gebirgsrelief nur anhand von schematisch verlaufenden Gratlinien erkennbar ist. Seltener sind Trekkingkarten vom Typ der Höhenlinienpläne, wobei hier meist eine Äquidistanz (Höhenlinien) von mehr als 100 Meter verwendet wird. Eine relativ neue Variante stellen Trekkingkarten auf Satellitenbild-Grundlage, sogenannte Sattrek-Maps dar.

TÜK 200

Abkürzung für: Topographische Übersichtskarte 1: 200 000 (Topographische Karten).


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